Spiel gegen Condor

Bild von Simon

Mysteriöses Vogelsterben nun auch in Hamburg!

Nach dem berauschenden Sieg gegen Condor und berechtigtem Jubel sagt die SHOR: Genug der Polemik. Natürlich gehören im Fußball die kleinen Sticheleien gegen den Gegner dazu, aber die Paulitruppe lieferte gestern auf dem Platz genügend fußballerisches Material für zwei Spielberichte, und so wollen wir uns hier neben den unverzichtbaren Wortspielen (siehe Überschrift) auf das Sportliche konzentrieren…WEITERLESEN KLICKEN

Vor dem Spiel erreichte die Mannschaft zunächst die Hiobsbotschaft, dass Kiezgröße und Spielmacher Jasper nicht würde auflaufen können, zu sehr schmerzte noch die Verletzung der vergangenen Wochen. Die so notwendig gewordenen taktischen Änderungen ließen David „L.O.V.E“ Fortmann auf die 10er-Position vorrücken, Willi sollte seine Punktspiel-Premiere auf der Sechs neben Gorden geben. Wieder in der Startelf standen Paul und Olly auf den Flügeln, um dort den Gegner „in Grund und Boden zu rennen“, so der O-Ton von Trainer Schirmer.

Hinein ins Spielgeschehen! Fans auf beiden Seiten sahen einen sehr engagierten Beginn der Gastgeber in Braun, welche sich anscheinend nicht durch die Hinspiel-Niederlage (0:2) vor einigen Monaten nachhaltig beeindruckt zeigten. Zunächst konnte Condor ernsthafte Torraumszenen durch starken Einsatz verhindern, bald war jedoch Sturmtank Kai „0,2-Prozent“ Simons zum ersten Mal ganz gefährlich und zimmerte einen abgetropften Ball aus knapp 13 Metern rechts am Tor der Gäste vorbei.

Ein erneutes Raunen ging in der 15. Spielminute nach Davids Pfostenschuss durch die Menge, spätestens jetzt hatte der FC ein klares Übergewicht im Spielgeschehen. In diese Spielphase hinein plötzlich einer der gefürchteten langen Bälle der Condoren quer über den halben Platz auf den langen Pfosten – ein gelber Stürmer rauscht heran und drischt das Leder in die Maschen! Ein Pfiff – Abseits.

Im Mittelfeld wurden überdurchschnittlich viele Bälle der gelben Gästen gewonnen, man zwang den Gegner durch frühes Schieben zu Fehlern, die wenigen Bälle in die Spitze wurden von den aufmerksamen Verteidigern Maius, Marco, Bongo und Mazlum „wie ein wilder Stier“ Yesilmen abgefangen. Auch Torhüter Toni war von Beginn an hellwach, parierte einen Schuss sehenswert, und strahlte über die gesamten 90 Minuten viel Ruhe und Sicherheit aus.
Dann die Führung für St. Pauli! Der ackernde Olly schleuderte einen der vielen Einwürfe von der rechten Seite schwungvoll in den Sechzehner, wo ein Condor-Verteidiger nicht richtig klären konnte und das Leder auf Kais Fuß landete. Aus kurzer Distanz ließ der sich nicht zweimal Bitten und ballerte eines seiner überflüssigen Pfunde mit Karacho ins Netz…

1:0

Jubel bei den Gastgebern, etwas ungläubiges Staunen auf der Bank des Hamburger Vize-Meisters. Doch gab man sich keineswegs geschlagen, mit etwas mehr Elan wurden nun die eigenen Stürmer bedient. Die schwer zu verteidigende Nummer 12 der Gäste schirmte viele Bälle ab, doch blieben die finalen Abspiele zu unpräzise, so dass es zunächst bei der Führung für die Boys in Brown blieb. Wenige Minuten vor der Pause jedoch konnte Condor nach einem abgeprallten Freistoß den Ball zurück in den Strafraum heben, wo ein Gelber am schnellsten reagierte, den Ball am langen Pfosten gut verarbeitete und vorbei am heraus eilenden Toni ins lange Eck schob. Der Ausgleich!

1:1

Halbzeit.

Nach der Pause folgte die ausgeglichenste Phase der Partie – während Condor deutlich aggressiver zu Werke ging und mehr Spielanteile gewann, verteidigte Pauli geschickt und ließ keine hochkarätigen Torraumszenen zu. Mit der Einwechslung von Dominik für Paul feierte dann die bayrische Schickeria nach fünf Monaten Fußballpause ihr Comeback, eine Führung musste her. Und wirklich, nach einer Viertelstunde des ergebnislosen Hin und Hers nahm St. Pauli erneut das Heft in die Hand setzte Kai einige Male in Szene, ohne zählbares Ergebnis.

Dann Eckball für Condor, ein wuchtiger Eckball ins Toreck...wieder Pfiff. Wieder Abseits. Puh!

Marco und Dominik tragen dann einen sehenswerten Spielzug über die linke Flanke vor, eine hohe Hereingabe an den Fünfmeterraum kann vom Torhüter der Condoren im Duell mit Kai nicht ausreichend geklärt werden. Der Ball kullert unbewacht einige Meter zurück in den Strafraum, Fortmann ist da, fackelt nicht lange, die erneute Führung!

2:1

Es verblieben knapp 25 Minuten, St. Pauli war dem Sieg schon sehr nahe. Und man setzte nach! Nach einem Konter auf der rechten Seite legte der lauffreudige Kai den Ball von der Grundlinie zurück auf den mitgelaufenen Dominik… der traf den Ball nicht richtig und fluchte in der Folge auf seine fehlende Spielpraxis. Condor mühte sich, schien aber keinen konditionellen Vorteil gegenüber den Gastgebern zu haben und erarbeitete sich zwar eine leichte optische Überlegenheit, ohne daraus jedoch Kapital schlagen zu können.

Die Minuten tickten langsam davon, und Pauli blieb cool. Stephan kam für Willi, Mazlum musste nach einer erneut bärenstarken Partie den Platz vorzeitig verlassen, doch der Abwehrriegel hielt stand. Und Condor hätte sich über weitere Treffer der Gastgeber nicht beschweren dürfen, Gordens genialer Heber traf nur die Latte. Gegen Ende der Partie häuften sich die unnötigen Standardsituationen in der Hälfte der Paulianer, doch Toni pflückte einen Ball nach dem anderen herunter.

Lange konnte nicht mehr sein – dann der Schlusspfiff, Sieg für Pauli!

Abpfiff

Was für ein Fußballsonntag – bei Sonnenschein und in bester Verfassung trafen mit St. Pauli VI und Condor 3 zwei der stärksten HA-Mannschaften der vergangenen Spielzeiten aufeinander. Bei aller Freude über drei Punkte soll hier vor allem auf zwei sehr faire Mannschaften aufmerksam gemacht werden, die unterhaltsamen Fußball zeigten, was nicht zuletzt einem alles in allem sehr souveränen Schiedsrichter zu verdanken war.

Dieses Mal hatte St. Pauli verdient die Nase vorne. Aber nachdem alle erdenklichen Vogelwitze gerissen worden sind und das Adrenalin von einem leckeren Bratcondor mit Pommes gesenkt werden konnte, freuen sich SHOR und Mannschaft auf das nächste spannende Kräftemessen mit Condor.

FORZA