***Piraten reiten die Welle***

Bild von Christoph

Sechste Herren Verteidigt die Krone an der Jenfelder Allee

16. Juni 2014. Sonntag ca. 20:15Uhr. Feuerwerkskörper steigen in den dämmernden Abendhimmel. Braun-weißer Glitter schießt aus zwei Kanone und regnet auf die Helden des Abends nieder. „We are the Champions“ dröhnt aus der bombastischen Soundanlage des Stadions. Mit Totenkopfflaggen dekorierte Autokorsos säumen die Straßen der Stadt. Die 6. Herren des FC St. Pauli sind Wltmstr……?!?

Nein. Besser! Die 6. Herren des FC St. Pauli ist Hamburger Meister der Unteren Herren! Zum zweiten Mal infolge!! Titel erfolgreich verteidigt!!! BITTE WEITERLESEN KLICKEN

Doch bleiben wir chronologisch. Um 16 Uhr wurde bei feinstem Wetter das Finale um die Hamburger Meisterschaft der Unteren Herren angepfiffen. Vorher wurden am selben Ort bereits die Finalspiele um den Heino-Gerstenberg-Pokal sowie die Pokalspiele der Senioren Teams ausgefochten. Ein Patchwork-Decke aus überwältigender Freude und tiefer Enttäuschung lag bereits über dem Gelände. Wo sollte es für die Boys in Brown heute enden?

Es ging gegen die dritte Mannschaft aus Wellingsbüttel die man vor drei Jahren bereits im Pokalhalbfinale besiegen konnte. Die Erfahrenen Matrosen vom Kiez sahen sich einer jungen Mannschaft gegenüber von denen einige sicherlich noch niemals den Äquator überschippert haben. Wellingsbüttel hatte sich in ihrer Staffel souverän zur Meisterschaft gespielt während der Gegenwind für die Sechste diese Saison stärker war als im Vorjahr.
Trainer Wilhelm konnte aus den Vollen schöpfen: Gleich 23 Einsatzbereite Piraten standen zur Verfügung. Wilhelm musste somit nicht nur festlegen, wer in die Startelf kommt sondern stand auch vor der äußerst undankbaren Aufgabe zu entscheiden wer nicht mit auf den Spielbericht kommt. Aber das ist Fußball und was zunächst undankbar ist, ist eine der großen Stärken der Sechsten. Ein großes Team das füreinander da ist und zusammenhält. United we Stand!

Zum Anpfiff standen für die Sechste Toni im Tor, davor in der Viererkette Basti, Stephan, Tobi und Bongo, auf den Sechser Positionen Gorden (C) und David, über die Außen Anne und Olly, auf der Zehn Lenny und im Sturm Kai.

Von Beginn an schenkten sich beide Teams nichts! Die Sechste sah sich teilweise unglaublich schnellen Gegenspielern gegenüber und hatte Mühe hinterherzukommen. Doch auch Wellingsbüttel sah sich einem starken Gegner gegenüber. Viele schnelle Angriffe über die Außen wurden von der Starken Abwehr der Sechsten Konsequent unterbunden. So musste es eine Ecke sein, die dem Gegner bereits früh zur 1:0 Führung verhalf. Zwölfte Minute, Ecke von rechts, die Sechste schafft es nicht zu klären und ein Wellingsbütteler Spieler drückt den Ball über die Linie.
Mund abwischen, weitermachen.
Die Sechste fand besser ins Spiel und die Zuschauenden sahen ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen aber ebenso guten Abwehrleistungen auf beiden Seiten. Nach etwa einer halben Stunde verordnete der solide agierende Schiri eine Trinkpause an. Coach-Wilhelm nutzte dies für neue Anweisungen. Dies zeigte sich im Spiel. Noch vor dem Seitenwechsel schien sich die Statistik leicht zugunsten der Boys in Brown zu verschieben. Doch zählbares kam bei den Versuchen der Offensivkräfte nicht rum. Es blieb beim 0:1 zur Pause. Trinken, trinken, trinken und neu einstellen.

Zur zweiten Halbzeit schickte Coach-Wilhelm Zechi für Mama “Anne“ Müller und Malte “Eisen“ Bender für Bongo auf den Platz. Beide sollten später erfrischt wieder zum Einsatz kommen und die Mannschaft mit starken läuferischen und kämpferischen Leistungen unterstützen.
Der Offensivdruck der Sechsten erhöhte sich. Die Chancenzahl stieg doch fehlte vor dem Tor entweder die Ruhe, die Präzision oder man scheiterte am stark parierenden Keeper des Gegners. Doch auch Wellingsbüttel gelangen immer wieder gefährliche Tempogegenstöße. Sollte sich vor dem Spiel noch irgendjemand gefragt haben, warum Tobi „Ab“Wehrmann in der Innenverteidigung spielt, so hat er die Antwort in diesem Spiel geliefert bekommen. Tobi gewann nicht nur nahezu jeden Zweikampf und jedes Kopfballduell, er klärte auch Bälle die der Gegner längst durch die Abwehr gespielt zu haben schien. Und sollte dies einmal nicht gereicht haben, so war Toni im Tor zur Stelle.
Die Minuten rannen dahin und trotz der Überlegenheit der Sechsten blieb es beim Spielstand (Anm. d. Red.: Überlegenheit wurde dem nicht gänzlich unparteiischem Autoren nach dem Spiel von unabhängigen Quellen bestätigt.). Eine weitere Trinkpause eine viertel Stunde vor Schluss wurde noch mal genutzt um an die Moral der Spieler zu appellieren: nicht aufgeben, weiterkämpfen, alles geben, wir sind dran!

In der 80. Minute war es soweit. Nachdem die Pfeife des Schiris in zwei streitbaren Strafraumszenen gegen Olly (1. Hz) und Kai (2. Hz) stumm blieb pfiff er nun zum Elfmeter nach einem Foulspiel an David der nach einer sehenswerten Kombination nur noch durch ein Foul von hinten am Torabschluss gehindert werden konnte. Einige denken gerade sicher: Endspiel, die Sechste liegt 1:0 hinten, Spiel läuft schon eine Weile, eine Niederlage droht und dann ein Elfmeter? Gab es das nicht schon mal? History retourns. Wie schon vor drei Jahren im Pokalfinale gegen den SC Condor übernahm Captain Maschwitz die Verantwortung – doch wie war das damals? Gorden verschoss! Wird er sich in diesem Augenblick daran erinnern?
Ein Pfiff, Maschwitz läuft an, der Keeper entscheidet sich für links, Gorden schießt nach rechts! Und was für ein Hammer! In diesem Schuss haben sich Jahre des aufgestauten Frusts entladen! (Anm. d. Red.: Auch damals gewann man dennoch 4:1 nach Verlängerung.)

Der hochverdiente Ausgleich pushte die Jungs von der Feldstraße noch einmal nach vorne. Wellingsbüttel konnte sich kaum aus der Belagerung befreien. Doch wenn sie es schafften wurde es auch gleich Gefährlich. Einen Schuss aus kurzer Distanz ins linke untere Eck konnte „ManuToni NeuerSeibt“ klasse parieren. Die Zuschauer bekamen alles geboten was das Fußballherz begehrt. Inklusive Verlängerung.

Der Schlagabtausch ging in der Verlängerung weiter. Auch hier mit einem Übergewicht zugunsten der Sechsten. Sollte das erfahrene Team vom Kiez konditionell etwa besser aufgestellt sein als die Jungspunde aus Welle? Sollte es da mit Zauberhand zugehen? Oder sollte hier das ausgefeilte Training von Fitness-Coach Christoph „Sunday“ Sondag greifen? Oder hat die Sechste einfach so viele Surfer im Team, dass sie gekonnt jede „Welle“ reiten kann?
Ebenso beflügelnd war sicherlich auch der Support der in großer Zahl mitgereisten Fans der Kiezkicker die mit zunehmender Dauer immer mehr in den Bann dieses packenden Spiels gezogen wurden und die Spieler der Sechsten lautstark nach vorne trieben.
Kurz vor Schluss war es Olly “Wer-“Wolff, der das Siegtor auf den Zehenspitzen hatte. Ein hoher Pass vom Sechzehner über die gegnerische Abwehr hinweg war schwer zu nehmen und konnte leider nicht im Netz versenkt werden.

Es kam zum Elfmeterschießen. Was gibt es dazu zu sagen? Kurzform:
Welle legt vor, 0:1.
Captain Maschwitz verlädt gekonnt, 1:1.
Welle erhöht, 1:2.
Zech(i)e prellen und rein das Ding, 2:2.
Welle schickt ihren Keeper zum Punkt. Toni hält!!! 2:2
Arne „Old School“ Ewald netzt ein, 3:2.
Auch von Weitem ist zu sehen wie aus einem dichten Vollbart eine fröhlich-weiße Zahnreihe hervor strahlt als Arne zu seinen Mannschaftskollegen am Mittelkreis zurückkehrt.
Welle gleicht aus, 3:3.
David „Captain a.D.“ Fortmann hämmert den Ball zum 4:3.
Welle versenkt den letzten(?) Schuss, 4:4.
Als letzter Schütze tritt Martin „Anne“ Müller, der die Sechste nach einem einjährigen Intermezzo bereits wieder verlassen wird, an. Ein Schuss! Ein Treffer!! Ein 5:4!!!
Und ein Jubel ohne Halten!

Die Sechste ist erneut Hamburger Meister der Unteren Herren

Dies war Fußball wie wir ihn lieben. Fußball zum anfassen. Mit allen Ecken und Kanten. Mit Grätschen auf Kunstrasen und Eis-Spray für alle(s). Und jeder Menge Bierdurst. Letzterer wurde von den Veranstaltern leider falsch eingeschätzt. Denn nachdem sich die Begegnung in die Länge zog, musste die meisterfeierliche Zeremonie mit je einer Kiste Holsten pro Team, die die Veranstalter nach eigenen Aussagen mit Ihrem Leben verteidigen mussten, auskommen.

Alles was am Ort des Geschehens ausgeblieben ist holte die Sechste aber beim feierlichen Dîner beim Sponsor in der Kleinen Pause nach.
Die Sechste bedankt sich bei einem starken und fairen Gegner aus Wellingsbüttel, bei einem souveränen Schiedsrichtergespann, beim Hamburger Fußballverband und Holsten für die Ausrichtung des „Tag des Fußballs“ (wie wäre es nächstes Jahr mal mit einem echten Pokal..?) und vor allem bei den vielen Unterstützerinnen und Unterstützern der Sechsten! Ihr ward großartig!

Die SHOR (Sechste-Herren-Online-Redaktion) gratuliert der Sechsten Herren zur erneuten Hamburger Meisterschaft und verabschiedet sich mit einem wohligen lächeln in die Sommerpause.

Hammer!

Gratulation Jungs, welche Freude diesen Artikel zu lesen!

Bild von Anne

Geil =)

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