Spiel gegen Oststeinbek

Bild von Simon

Gut Ding will Weile haben

Nach dem mühsamen 1:0 Auswärtssieg letzte Woche in Bramfeld hatten sich die Kiezkicker für die Partie gegen Oststeinbek vor heimischer Frühlingsdom-Kulisse einiges vorgenommen. Aufgrund vieler verletzungsbedingter Ausfälle stand dem FC allerdings nur eine sehr dünne Personaldecke zur Verfügung, so dass die Startelf gegenüber der Condor-Truppe auf vielen Positionen dureinander gewirbelt werden musste. WEITERLESEN KLICKEN

Doch die Gäste in Rot traten in der ersten Viertelstunde sogar nur zu zehnt an, es entwickelte sich also schnell zumindest eine optische Überlegenheit der Hausherren. Doch konnte St. Pauli in der Anfangsphase kein zählbares Kapital aus einigen wenigen Chancen erarbeiten. Überhaupt wirkte das Spiel etwas zäh, es fehlte die Leichtfüßigkeit vergangener Wochen. Als der Gegner dann den elften Mann endlich auf den Platz bringen konnte, entwickelte sich gar eine Art Patt-Situation, bei der das etwas ruppige Spiel kaum sehenswerte Torchancen produzierte. Selten gelang es dem wiederholt sehr aktiven David, den Ball in den gegnerischen Strafraum zu treiben.

Mitte der ersten Halbzeit verletzte sich zu allem Überfluss auch noch der gerade genesene Rasmus, der bis dahin eine durchaus ordentliche Vorstellung auf der linken Seite abgeliefert hatte. Für ihn kam Uli, der fortan gegen seinen ca. 15 Jahre jüngeren Gegenspieler beinahe jedes Kopfballduell gewann, gegen sich nicht versteckende Oststeinbeker allerdings stets in der eigenen Hälfte gebunden blieb.

Das Spiel dümpelte so vor sich hin, dann eine Schrecksekunde! Schon schien ein Oststeinbeker Vorstoß in den Strafraum geklärt, da rauschte ein weiterer Roter heran, wollte den Nachschuss verwandeln --- wurde dann jedoch von der Seite gelegt! Elmeter...Und Toni hält sensationell! Durchschnaufen...

Halbzeit

Trainer Schirmer konnte nicht zufrieden gewesen sein in der Halbzeitpause, zu sehr ließ seine Elf in Zweikampfsituationen die vor dem Spiel geforderte "Griffigkeit" vermissen. Egal, mundabwischen, weitermachen...

Doch Durchgang zwei, inzwischen war Jens im Spiel, begann nicht so wie erhofft - die beiden besten Pässe der Gäste gaben sich vor dem braun-weißen Sechzehner die Klinke in die Hand, der freigespielte Stürmer ließ sich in halblinker Position nicht zweimal bitten und vollendete direkt zum 0:1 für Oststeinbek. Schockschwerenot!

0:1

In dieser Phase zeigte St. Pauli dann das erhoffte Rückgrat. Ohne wirklich zu glänzen, erspielte man sich in der letzten halben Stunde klare Vorteile, welche wiederum in zahlreiche Standardsituationen mündeten. Kapitän Gorden trat dann in der 70. Minute einen Eckball von rechts gefühlvoll an den Elfmeterpunkt, wo der ebenfalls eingewechselte Stephan einen klasse Kopfball unhaltbar zum Ausgleich in die Maschen wuchtete.

1:1

Oststeinbek gab sich nicht auf und bot den Hausherren insgesamt sehenswert Paroli. Es dauerte bis in die letzten Minuten, bis sich die technische Überlegenheit von Paulis Condoritos in einer Einzelaktion offenbarte: David schnappte sich die Pille im Mittelfeld und täuschte den Schuss an, ging aber doch vorbei und führte das Leder schön bis in die Mitte des Sechzehners, wo er am chancenlosen Gästekeeper vorbei den Siegtreffer markierte!

2:1

An der Aussenlinie tobten die Fans vom Millerntor, man feierte die Führung in letzter Minute. Ein Oststeinbeker holte sich wegen wiederholten Meckerns noch Rot, doch das soll die ansonsten recht faire Partie der Gäste an dieser Stelle nicht in Frage stellen.

Fazit

War es ein schönes Spiel? Nein. Aber war es Glück? Auch nicht. Trotz einiger Schwächephasen lebte das Spiel der 6. Herren über neunzig Minuten vom Einsatz der Akteure. Ohne Jasper fehlte vllt. der Dribbelkünstler, doch seine Stellvertreter haben gezeigt, dass in der HA auch ohne braunes Ballett drei Punkte aufs Konto geschaufelt werden können!

FORZA